Teddy auf Schienen und Serpentinen – Woche zwei in Slowenien

Nach der ersten Woche rund um Kozjak, Vršič und Bohinj ging es für uns weiter tief hinein in die Gegend um Kranjska Gora und Planica, über den spektakulären Mangart-Sattel bis hinunter zur Höhlenburg Predjama. Hier unsere Geschichten dazu, mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Stellplätzen und den passenden Links.
Tag 1: Der schönste Wasserfall bisher – und die Wiege des Skifliegens
Rainer am Punkt des Weltrekord an der Planica Schanze Peričnik-Wasserfall
Am Vorabend durfte ich mir noch frisch geschlachtetes Huhn vom Gehöft abholen – ein echter Einblick ins bäuerliche Alltagsleben.
Dann fuhren wir los zum Wasserfall Slap Peričnik, und der war mit Abstand der schönste, den wir bisher gesehen haben – selbst die Wasserfälle in Vietnam, Kambodscha und Laos konnten da nicht mithalten. Er liegt im Vrata-Tal nahe Mojstrana und fällt in zwei Stufen, die Hauptstufe allein 52 Meter tief. Das eigentliche Highlight: Ein Weg führt direkt hinter der herabstürzenden Wassermasse hindurch, durch eine Felsnische – man schaut quasi durch eine Wand aus Gischt hinunter ins Tal.
Anschließend ging es zum Gozdni park Planica – Wahnsinn, was dort alles passiert. Im Nordischen Zentrum steht die weltberühmte Riesenschanze Letalnica bratov Gorišek, die Wiege des Skifliegens, dazu über 40 Kilometer Langlaufloipen und sogar ein gekühlter Indoor-Langlauftunnel für den Sommer.
Peričnik-Wasserfall:
Nordic Center Planica:
Tag 2: Steil hinauf zur Mojčin dom na Vitrancu
Frische Suppe vom Holzofen an der Hütte Mojčin dom na Vitrancu
Von Kranjska Gora aus wollten wir zur Hütte Mojčin dom na Vitrancu wandern. Wir fuhren mit dem Sessellift den ersten Teil hoch (28 € für zwei Personen – Wucher!), und der restliche Fußweg von nur angeblich 1,5 Kilometern hatte es richtig in sich: steil, anstrengend, gefühlt doppelt so weit.
Nach anderthalb Stunden erreichten wir fix und fertig die Hütte, mit grandiosem Panoramablick auf Sava-Dolinka-Tal, Naturreservat Zelenci und die Karawanken. Belohnt haben wir uns mit einer sehr guten slowenischen Gulaschsuppe, frischem Brot, Kaiserschmarrn und Apfelstrudel.
Stellplatz: Skizentrum Kranjska Gora – absoluter Geheimtipp, nur 9 € pro Nacht, super saubere Toiletten.
Tag 3: Zwischen Smaragdgrün und Skisprung-Geschichte

Der Jasna-See besteht aus zwei künstlichen Quellseen mit kristallklarem Wasser, das die Julischen Alpen spiegelt, bewacht von der berühmten Bronzestatue des Zlatorog.
Danach besuchten wir das kleine Naturreservat Zelenci: Das Wasser leuchtet in intensiven Smaragd- und Türkistönen, gespeist von unterirdischen Quellen mit konstant rund 6 Grad.
Am Nachmittag ging es noch zum Dom v Planici, dem traditionsreichen Sporthotel von 1935, direkt neben der Schanze, auf der 1936 der erste 100-Meter-Sprung der Weltgeschichte gelang. Heute hat das Hotel sogar echte Höhenzimmer, in denen Profisportler mit reduziertem Sauerstoffgehalt für Höhentraining schlafen.
Jasna-See:
Tag 4: Auf Sloweniens höchste Passstraße – und eine Geschichtsstunde unter Tage
Auf dem Weg zum Mangart-Sattel kamen wir am Kaiser-Franz-Josef-I.-Hilfsstollen vorbei – ein 4,5 km langer Tunnel, der im Ersten Weltkrieg als unterirdische Nachschubroute diente und nach 1945 sogar mitten von der jugoslawisch-italienischen Grenze durchschnitten wurde.
Der Mangart-Sattel selbst ist mit 2.055 Metern der höchste über eine öffentliche Straße erreichbare Punkt Sloweniens – die letzten 1,5 Kilometer waren wegen Steinschlags gesperrt, aber die Aussicht war den ganzen (sehr schmalen, einspurigen) Weg wert.
Übernachtet haben wir bei Dawid auf einem privaten, informellen Stellplatz nahe dem Boka-Wasserfall – man durfte einfach zahlen, was man wollte.
Tag 5: Mit Teddy auf dem Autozug durch den Berg
Unser Teddy auf dem Autozug
Der Boka-Wasserfall stürzt in zwei Stufen insgesamt rund 144 Meter tief.
Danach ging es weiter nach Most na Soči, einer bedeutenden archäologischen Fundstätte (Sveta-Lucia-Kultur) – und von dort aus sind wir mit Teddy tatsächlich auf den Avtovlak gestiegen, den Autozug durch den 6,3 Kilometer langen Wocheinertunnel!
Man bleibt im eigenen Fahrzeug auf offenen Waggons sitzen und fährt mitten durch den Berg – für 20 Euro ein absolutes Erlebnis.
Avtovlak (Autozug) Fahrplan & Infos, Slovenske železnice:
Tag 6: Handgemeißelte Tunnel und vier Brücken Geschichte
Mit dem Autozug zurück nach Most na Soči, dann ein Off-Road-Track mit gesperrter Straße und großem Umweg, dafür eine Höhlenwanderung und Mittagspause im gespenstisch ruhigen Wald.
Die Straße zwischen Lokavec und Predmeja führt durch kurze, komplett handgemeißelte Felsentunnel ohne jede Betonverkleidung, mit grandiosem Blick übers Vipava-Tal. An der Golobnica-Schlucht erzählt eine Infotafel die Geschichte gleich vier verschiedener Brücken an derselben Stelle – von der Holzbrücke 1897 bis zur heutigen Stahlbetonbrücke von 1955.
Tag 7: Die größte Höhlenburg der Welt

Ein ruhiger, kalter Wandertag führte uns direkt an der Höhlenburg Predjama vorbei – laut Guinness-Buch der Rekorde die größte Höhlenburg der Welt, gebaut in eine 123 Meter hohe, senkrechte Felswand. Die Legende um den Raubritter Erasmus von Predjama, der über ein Jahr belagert wurde und sich heimlich über ein Höhlensystem versorgte, ist wirklich sehenswert – wegen der vielen Reisebusse haben wir uns aber mit ein paar Fotos von außen begnügt.
Danach wurden aus "ein Stückchen weiterfahren" rund 30 Kilometer richtig coole Off-Road-Strecke durch den Wald.
Höhlenburg Predjama:
Tag 8: Karstwunder und ein Dorf mit Biathlon-Anlage
Nach einer ruhigen Nacht trotz Straßennähe ging es los auf eine Off-Road-Tour durch die slowenischen Wälder.
Unterwegs hielten wir am Krajinski park Rakov Škocjan – ein bewaldetes Karsttal mit zwei beeindruckenden natürlichen Felsbrücken, entstanden durch den Einsturz einer riesigen Höhlendecke. Was für ein toller Ausflug, wir wären am liebsten noch stundenlang dort geblieben.
Später kamen wir am Cerkniško jezero vorbei, dem größten sickernden Karstsee Europas, der sich je nach Jahreszeit komplett füllt oder fast austrocknet.
Übernachtet haben wir in Stari trg pri Ložu, einem kleinen Dorf mit eigener Biathlon-Anlage, nahe dem Schloss Snežnik – unser letzter Halt in Slowenien, bevor am nächsten Tag die Grenze nach Kroatien wartete.
Rakov Škocjan:
Ausblick auf Woche drei: Ankunft in Kroatien
Weiter geht's für uns mit dem Grenzübertritt nach Kroatien – mehr dazu im nächsten Bericht.
Unsere Ausrüstung für unterwegs
Was uns auf unseren Roadtrips begleitet - vom Dachzelt über Campingausrüstung bis zu unseren technischen Helfern - zeigen wir auf unserer Ausrüstungsseite.

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