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Teddy erobert Slowenien – Offroad, Wasserfälle & Pässe

Autorenbild: Kiki
Kiki
24. Sept.
5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 25. Sept.


Von Tarcento in Friaul ging es für uns über den Učja-Pass hinein nach Slowenien – der Auftakt zu einer ereignisreichen ersten Woche voller Wasserfälle, Schluchten, Pässe und guter Stellplätze. Hier unsere Geschichten dazu, mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Stellplätzen und den passenden Links.


Tag 1: Tarcento – der letzte Halt vor der Grenze


Tarcento – unser letzter Halt vor der Grenze zu Slowenien.
Tarcento – unser letzter Halt vor der Grenze zu Slowenien.

Die Ankunft entschädigte vollends: ein kostenloser Parkplatz direkt am Fluss Torre, wirklich ein Traum. Da musste ich natürlich zumindest mit den Füßen ins Wasser. Tarcento liegt geografisch an einer besonderen Stelle, genau dort, wo die schroffen Hänge der Julischen Voralpen in die weite Friauler Ebene übergehen – kein Wunder, dass man das Städtchen auch "Perle des Torre-Tals" nennt.


Nach einer genüsslichen Mittagspause schauten wir uns das Dorf an und gönnten uns ein wirklich leckeres Eis, bevor es zurück zu Teddy ging, um die Sonne zu genießen – bei 25 Grad ein echter Kontrast zu den Tagen zuvor.


Tag 2: Über den Učja-Pass nach Slowenien


Teddy auf dem Weg nach Slowenien – der erste Off-Road-Track beginnt.
Teddy auf dem Weg nach Slowenien – der erste Off-Road-Track beginnt.

Dann ging es endlich los: Der erste Off-Road-Track kam immer näher. Von Tarcento aus ging es über den Učja-Pass – eine wunderschöne Strecke durch die Wälder, bis auf 1.330 Meter Höhe. Die Grenze nach Slowenien haben wir dabei gar nicht mitbekommen, so sehr waren wir in die Landschaft vertieft. Die Aussicht war grandios, zwischendurch ließen wir die Drohne steigen und drehten jede Menge Videos.


Teilweise war die Strecke sehr eng zu befahren – definitiv nichts für gewöhnliche Wohnmobile, aber genau das Richtige für Teddy. Vorher hatten wir übrigens noch eine teure Lektion gelernt: Nespresso-Maschinen nie mit Sprudelwasser befüllen, das wird nämlich richtig teuer!


Im Tal angekommen, ging es zur Tankstelle zum günstigen Tanken und dann weiter nach Kozjak auf den Campingplatz.



Stellplatz: Camping Koren, Kobarid – sauber, ruhig, direkt am Fluss, mit Ökozertifizierung.


Tag 3: Slap Kozjak – Wasserfall im Menschenandrang


Keine Lust auf Warteschlange - ab mit den Füßen ins Wasser
Keine Lust auf Warteschlange - ab mit den Füßen ins Wasser

Der Weg zum Wasserfall war ein absoluter Traum – wunderschöne Strecke, viele Fotos und Videos inklusive. Den Wasserfall selbst haben wir dann allerdings vor lauter Menschen kaum zu Gesicht bekommen. Fünf Euro Eintritt pro Person waren uns schon etwas viel, und rund hundert Meter vor dem Ziel erwarteten uns regelrechte Menschenmassen – gefühlte zwei Stunden Anstehen, nur um Wasser herunterfallen zu sehen. Das war uns dann zu viel:


Kurzerhand zogen wir Schuhe und Socken aus und liefen ein Stück durchs Wasser, um wenigstens das untere Stück noch zu sehen. Die irritierten Blicke der anderen Besucher waren uns egal. Auf dem Rückweg entdeckten wir einen Pfad direkt an die Soča, von wo aus wir die Kajakfahrer beobachten konnten – das war tatsächlich schöner als der Wasserfall selbst.


Offizielle Infos & Öffnungszeiten:


Tag 4: Traum-Wasserfall, Vršič-Pass und die teure Suche nach Bled



Ziel war ein weiterer traumhafter Wasserfall, für den sich die Fahrt tausendfach lohnte – tausend Mal schöner als der Kozjak-Wasserfall vom Vortag. Danach ging es weiter Richtung Trenta und über den Vršič-Pass hinauf – landschaftlich wunderschön, aber ganz ehrlich auch viel zu überlaufen, teilweise war vor lauter Menschen kaum noch etwas von der Aussicht zu sehen. Mit 1.611 Metern ist der Vršič Sloweniens höchster Gebirgspass, mit genau 50 durchnummerierten Serpentinen.


Bei Kehre 8 steht die kleine Ruska kapelica, erbaut von russischen Kriegsgefangenen, die im Ersten Weltkrieg unter extremen Bedingungen an der Straße arbeiten mussten – im März 1916 kostete eine Lawine dort über 300 Gefangenen und Wachen das Leben.

Auf dem Weg nach unten dann noch eine kuriose Überraschung: plötzlich Stau mitten auf dem Pass – ein paar Kühe hatten es sich auf der Straße bequem gemacht und dachten gar nicht daran, Platz zu machen.


Der Campingplatz, den wir eigentlich ansteuern wollten, war komplett ausgebucht. Man hatte uns einen Stellplatz empfohlen, der sich als inoffiziell und mitten im Nationalpark gelegen herausstellte – bei Erwischtwerden wären 500 Euro pro Person fällig gewesen. Das Risiko wollten wir nicht eingehen. Nach langer Suche fanden wir schließlich einen Parkplatz etwas abseits, schon gut gefüllt mit Campern, für 25 Euro die Nacht – ganz ohne Wasser, Strom, Toilette oder Dusche.


Vršič-Pass Infos:



Tag 5: Bohinjsko jezero und die Mostnica-Schlucht



Von Stara Fužina aus machten wir uns zu Fuß auf zu einer wunderschönen Wanderung durch die Mostnica-Schlucht. Dummerweise hatten wir kein Bargeld für den Eintritt dabei – doch das Problem löste sich auf die herzlichste Art: Ein paar sehr nette Ungarn, die wir dort kennenlernten, übernahmen den Eintritt einfach für uns. Total lieb, und leider haben wir die beiden danach nicht mehr wiedergesehen.


Die Schlucht selbst war einfach nur wunderschön, genau unser Stil, und zum Glück auch nicht annähernd so überlaufen wie manch anderer Ort zuvor. Natürlich konnte ich es mir nicht verkneifen, wenigstens mit den Füßen ins Wasser zu gehen – Schwimmen ist in den meisten Flüssen hier leider verboten.



Tag 6: Pokljuka-Schlucht – unser Geheimtipp



Wer hier normale, gemütliche Wanderwege erwartet, ist definitiv fehl am Platz: Die Schlucht ist anspruchsvoll, man muss über zahlreiche Steine und umgestürzte Bäume klettern. Hier führt der Pfad über eine spektakuläre, in die Felswand gebaute Holzkonstruktion aus dem Jahr 1930 und passiert eine natürliche Felsbrücke. Über eine schmale Passage oberhalb der Galerien steigt man höher auf und erreicht den oberen Schluchtenbereich, bevor man zu einer Karsthöhle mit eingestürztem Dach und drei natürlichen Felsfenstern gelangt. Für Kleinkinder oder Menschen mit Gehbehinderung ist die Tour absolut ungeeignet – für uns war es genau richtig. Ein wirklich toller, unterbewerteter Geheimtipp.


Als wir zum Parkplatz zurückkamen, stand dort leider ein Fahrzeug des örtlichen Ordnungsamts – wir hatten den Weg zum Parkplatz eigentlich gar nicht befahren dürfen. Direkt im Anschluss an die Schlucht liegt das idyllische Radovna-Tal mitten im Nationalpark Triglav, das wir bei einer Mittagspause auf einer Bergwiese gleich mit bestaunen durften. Danach ging es weiter bis in die Nähe von Jesenice, wo wir bei einem kleinen Gehöft für die nächsten zwei Tage bleiben wollten – Dauerregen war angesagt.


Offizielle Infos Pokljuka-Schlucht:



Tag 7: Erledigungstag im Dauerregen (Jesenice)


Der Waschsalon hält uns zusätzlich auch trocken 😀
Der Waschsalon hält uns zusätzlich auch trocken 😀

Wir beschlossen, den Tag mit Erledigungen zu verbringen, und machten den Anfang im Waschsalon, wo wir auf die Wäsche warteten und gleichzeitig frühstückten – nicht besonders schön, aber wenigstens trocken. Weiter ging es in den Baumarkt, einen slowenischen Aldi und den Mercator, bevor Rainer spontan den Friseur stürmte und tatsächlich sofort drankam. Ich nutzte die Zeit für einen leckeren Cappuccino.


Zurück bei Teddy versuchten wir fast verzweifelt, ein trockenes Plätzchen für einen Kaffee zu finden – unterwegs entdeckten wir dann einen überdachten Platz bei einem größeren Firmengelände, perfekt für Kaffee und ein bisschen Ordnung in Teddy.


Übrigens den Waschsalon können wir empfehlen: er war nicht günstig aber sauber und gut durch organisiert.



Noch nicht ganz in dieser Woche, aber gleich im Anschluss:


Peričnik-Wasserfall


Der Peričnik war mit Abstand der schönste Wasserfall, den wir bisher gesehen haben – selbst die Wasserfälle in Vietnam, Kambodscha und Laos konnten da nicht mithalten. Er liegt im Vrata-Tal nahe Mojstrana und besteht aus zwei Stufen: einer imposanten unteren mit 52 Metern und einer oberen mit 16 Metern. Das eigentliche Highlight ist der Weg direkt hinter der herabstürzenden Wassermasse hindurch, durch eine Felsnische – man schaut quasi durch eine Wand aus Gischt hinunter ins Tal. Nass wird man dabei garantiert, aber bei dieser Schönheit bereut man das nicht.




Offizielle Infos:





Unsere Ausrüstung für unterwegs

Was uns auf unseren Roadtrips begleitet - vom Dachzelt über Campingausrüstung bis zu unseren technischen Helfern - zeigen wir auf unserer Ausrüstungsseite.




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