Womit verdienen Zyprioten eigentlich ihr Geld ? Ein Blick hinter die Kulissen der Sonneninsel

Aktualisiert: 30. Aug.

Eine Frage unserer Tochter
Eine gute Frage, die uns unsere Tochter bei ihrem Besuch gestellt hat. Bis dahin hatten wir uns ehrlich gesagt auch noch keine Gedanken darüber gemacht: Wir waren immer davon ausgegangen, dass die Zyprioten ihr Geld vor allem beim Fischen, im Haus- und Straßenbau oder mit Hotels und Gastronomie verdienen.
Das machte uns neugierig, und wir fingen an, die Umgebung von Paphos genauer zu erkunden. Seit November 2024 leben wir jetzt hier und lernen jeden Tag etwas dazu.
Landwirtschaft im klassischen Sinne – große Felder, viele Tiere – gibt es auf der Insel kaum. Eine Ausnahme sind die Ziegen, die für die Herstellung des berühmten Halloumi-Käses gebraucht werden, und die Hühner, von denen es hier haufenweise gibt.
Zypern, das Obstparadies
Auf unseren Wanderungen bemerkten wir dann ziemlich schnell, womit ein guter Teil der Zyprioten tatsächlich ihr Geld verdient: mit dem Anbau von Obst und Gemüse. Denn auf dieser Insel wächst davon wahnsinnig viel.
Dass hier Bananen, Orangen, Clementinen und Zitronen wachsen, hatten wir schon von früheren Urlauben gewusst. Mittlerweile wissen wir auch: Sie werden das ganze Jahr über geerntet. Dazu kommen frische Erdbeeren rund ums Jahr und von Oktober bis März Limetten, Pampelmusen und Granatäpfel. Insgesamt ist die Vielfalt beeindruckend – Äpfel, Karambole, Kumquat, Kiwi, Aprikosen, Pfirsiche, Nektarinen, Birnen, Mango, Feigen, Khaki, Kirschen, Melone – die Liste lässt sich fast beliebig fortsetzen.
Von der Nashi-Birne bis zur Kaktusfeige
Dazu kommen exotischere Früchte wie die Nashi-Birne, die Mispel (schmeckt wie eine Mischung aus Birne und Kirsche), Papaya, Pitaya und die Kaktusfeige. Sehr bekannt sind außerdem die Johannisbrotbäume, deren süße Hülsenfrüchte für Gebäck, Süßigkeiten und sogar als Kakaoersatz verwendet werden. All das bekommt man hier täglich für wenig Geld.
Aber nicht nur Obst wird hier großflächig angebaut, sondern auch Gemüse.
Riesenfelder mit Salat, Weiß- und Rotkohl, Lauch, Kartoffeln, Zwiebeln, Artischocken, Paprika, grünen Bohnen, spanischem Pfeffer, Sellerie, Auberginen, Zucchini und Tomaten prägen das Bild – kurz: alles, was man für die beliebte Moussaka braucht. Dazu unzählige Olivenbäume und Röstkastanien, und Kräuter wie Koriander, Rucola, Minze, Petersilie, Dill und Basilikum, die hier praktisch wie Unkraut wachsen. Auch das bekommt man für wenig Geld: Obst und Gemüse liegen meist zwischen 1 und 2 Euro pro Kilo, Kartoffeln und Rüben sogar bei nur 0,40 Euro.
Fazit: Mehr als nur Landwirtschaft
Unsere ursprüngliche Vermutung – Fischerei, Bauwesen, Tourismus – war also nicht falsch, aber unvollständig. Ein großer und für uns überraschender Teil des zypriotischen Einkommens steckt tatsächlich in diesem intensiven Obst- und Gemüseanbau, der einen Großteil der Insel versorgt und offenbar auch exportiert wird.
Es gibt bestimmt noch viel mehr zu entdecken. Als Nächstes wollen wir etwas höher in die Berge fahren, um die Winzer und Käsereien zu besuchen – denn hier gibt es auch riesige Weinanbauflächen, und Wein wie Käse sind auf Zypern richtig gut. Davon berichten wir dann gerne mehr.



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